Fachbereiche

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben führt die Wasserwacht Ausbildungen in den folgenden Bereichen durch:
Schwimmen
Rettungsschwimmen
Bootsführerausbildung
Tauchen
Natur- und Gewässerschutz
Sanitätsdienst
Führungskräfteausbildung

Schwimmen

Die Hauptaufgabe des Ausbildungsbereichs Schwimmen ist die Ausbildung von Nichtschwimmern zu Schwimmern (Anfängerschwimmkurse) und die Festigung der Schwimmfertigkeiten durch regelmäßiges Schwimmtraining. Die Ausbilder für Schwimmen führen im Rahmen der Breitenausbildung von Außenstehenden auch Prüfungen zum Ablegen der Schwimmabzeichen durch. Da die Wasserwacht Mitglied des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung ist, erfolgen diese Prüfungen nach offiziellen Richtlinien abgenommen und sind deutschlandweit einheitlich. Als erstes Schwimmabzeichen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Frühschwimmerabzeichen (Seestern, Seepferdchen) erwerben. Danach können Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren die Deutschen Jugendschwimmabzeichen und Erwachsene den Deutschen Schwimmpass erwerben.

Rettungsschwimmen

Der Ausbildungsbereich Rettungsschwimmen ist für die Ausbildung von Rettungsschwimmern zuständig. Dabei werden in Kursen die offiziellen Rettungsschwimmabzeichen abgenommen. Zur Rettungsschwimmausbildung gehört nicht nur die Beherrschung der schwimmerischen Maßnahmen, sondern auch der korrekte Umgang mit den zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln, wie beispielsweise Gurtretter, Rettungsbojen, und die Kenntnisse über Erste-Hilfe-Maßnahmen und Gefahren beim schwimmerischen Einsatz.

Bootsführerausbildung

Bei größeren Gewässern reicht es nicht, nur Rettungsschwimmer zur Absicherung bereitzustellen. Gerade bei Regatten, Segelveranstaltungen oder an der Küste ist es wichtig, dass eine schnelle medizinische Hilfe bei Unfällen oder dem Kentern von Booten bereitsteht. Motorrettungsboote werden auch oft eingesetzt, um einen schwimmerischen Einsatz von Rettungsschwimmern zu vermeiden, da dies oft mit einem großen Risiko für die eingesetzten Kräfte einhergeht. Motorrettungsboote der Wasserwacht sind meist mit Außenbordern, Innenbordern oder modernen Jet-Antrieben ausgestattet. Nur ausgebildeten Motorrettungsbootführern der Wasserwacht ist es im Dienstbetrieb erlaubt, ein Rettungsboot zu führen. Die Ausbildung umfasst neben dem Sportbootführerschein „Binnen“ beziehungsweise „See“ auch wasserwachtspezifische Ausbildungsinhalte.

Tauchen

Einsatztaucher der Wasserwacht werden zur Suche, Rettung oder Bergung von Verunglückten gebraucht, wenn Rettungsschwimmer und Motorrettungsboote alleine nicht mehr ausreichen. Zusätzlich werden Einsatztaucher zur Bergung von Gütern, von Fahrzeugen aber auch von Müll benötigt. Auch die Bergung von Leichen gehört zu den Aufgaben eines Einsatztauchers. Rettungstaucher können nur die psychisch und körperlich fittesten aktiven Helfer der Wasserwacht werden. Die Ausbildung dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Jeder aktive Rettungstaucher der Wasserwacht unterzieht sich jährlich der tauchmedizinischen Untersuchung G31 und muss mindestens zehn Pflichttauchgänge mit insgesamt wenigstens 300 Minuten nachweisen.

Natur- und Gewässerschutz

Die Hauptaufgabe dieses Ausbildungsbereichs ist der Natur- und Gewässerschutz. Dabei wird vor allem Wert auf Prävention durch Aufklärung der Jugend und Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Zu den Aufgaben gehören:

  • Durchführung von Naturschutzstreifen
  • Praktischer Naturschutz, zum Beispiel durch Mitwirkung an Projekten der jeweiligen Landesumweltämter
  • Pflege von geschützten Landschaftsbestandteilen
  • Organisation und Durchführung von Fortbildungslehrgängen
  • Mitwirkung in der Naturschutzwacht der Landratsämter

Sanitätsdienst

Fast alle im Wasserrettungsdienst tätigen aktiven Helfer der Wasserwacht haben die aus den Abschnitten SAN A und SAN B bestehende Sanitätsausbildung des Deutschen Roten Kreuzes absolviert. Darüber hinaus gibt es für die Wasserwacht seit einiger Zeit die früher als „SAN C Wasserwacht“ bezeichnete Wasserretterausbildung. Diese Ausbildung ist Voraussetzung für einige Ausbildungsgänge in der Wasserwacht, wie beispielsweise zum Rettungstaucher und Motorbootführer.

Führungskräfteausbildung

Führungskräfte sind im Einsatz für die Führung von Einheiten und Teileinheiten verantwortlich, während Leitungskräfte zum Beispiel eine Wasserwachtsgemeinschaft leiten. Die Ausbildung richtet sich nach den Vorgaben für die Führungs- und Leitungskräfteausbildung des DRK, die auf einer modularen Struktur basiert. Besonders bei Katastrophen und Großschadensereignissen muss oft mit anderen Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel den Feuerwehren oder dem Technischen Hilfswerk (THW), zusammengearbeitet werden. Daher ist eine organisationsübergreifend einheitliche Einteilung der Führungskräfte wichtig. Aus diesem Grund werden auch die bei der Wasserwacht ausgebildeten Führungskräfte in Trupp-, Gruppen- und Zugführer eingeteilt.

Quelle: Wikipedia