Chronik

Inhalt:

1. Chronik der Wasserwacht Neutraubling

2. Allgemeine Chronik der Wasserwacht

Spezifische Chronik der Wasserwacht Neutraubling:

Die Wasserwacht OG Neutraubling wurde 1953 gegründet. Damals ahnte niemand, dass sich aus diesen tatsächlich armselig zu nennenden Anfängen jemals ein derart gesunder und blühender „Verein“ (offiziell sind wir eine Körperschaft des öffentlichen Rechts) entwickeln würde. Was die Gründungsmitglieder seinerzeit, als Geldmittel fast überhaupt nicht und Ausbildungsmöglichkeiten nur spärlich vorhanden waren, geleistet haben, darf und muss rückblickend als echte Pionierarbeit bezeichnet werden. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Auszug aus der Geschichte der Ortsgruppe Neutraubling näher bringen:

1953: Gründung; erste Wachdienste und Ausbildungen; Leo Fischer war Gründungsmitglied und ist bis heute aktiv tätig

1954: Der erste Vorstand unter Leitung von Wolfgang Barth, wird gewählt

1955: Die OG zählt bereits 100 Mitglieder

1956 : Erste Unterkunft in Form einer Flüchtlingsbarake; Kauf der ersten Rettungsgeräte; Gründung der Jugendgruppe; Erste erfolgreiche Wasserrettung

1958: Ein Schlauchboot wird in Dienst gestellt; Neue Unterkunft in Form eines Holzhäuschens beim damaligen „Gasthof am See“

1959, 1960 & 1961: Wachstation fertig ausgebaut; Antrag auf ein neues Grundstück wird gestellt und genehmigt; Planungen für das neue „Vereinsheim“

1962: Baugenehmigung für eine vereinfachte Ausführung des Gebäudes wird erteilt

1963: Die Baugrube wird am 20. Oktober ausgehoben

1965: Einweihung der neuen Bleibe nach über 9000(!) freiwillig geleisteten Arbeitsstunden

1966: Das erste Einsatzfahrzeug wird in Dienst gestellt

1969: Paul Golla wird zum Vorsitzenden gewählt

1970: Erster Hochwassereinsatz (Tegernheim)

1976: Erste Wachstation am Guggenberger Weiher wird errichtet

1977: Erweiterung des bestehenden „Vereinsheims“ um eine 3-fach Garage

1981: Walter Lein wird zum Vorsitzenden gewählt

1986: Horst Zimmermann übernimmt die Führung der Ortsgruppe.

1989: Umzug der Wachstation von der Westseite des Guggenberger Weihers an dessen Südseite, wo sie bis heute steht

1995: Errichtung einer Bootslippanlage am Guggenberger Weiher

2002: Der Fuhrpark wird um einen LKW erweitert, den uns die FF Neutraubling überlässt; Ein Mercedes Sprinter wird als SEG-Fahrzeug in Dienst gestellt

2003: Außenrenovierung des Wasserwachtheims inkl. der Parkplätze

2005: Unser neues SEG-Boot wird in Dienst gestellt

2008: Renovierung des Wachcontainers am Guggenberger Weiher

2009: Renovierung des Vereinsheims

2010: Renovierung des Büros

2011: Indienststellung eines VW-Crafters als neues SEG-Fahrzeug

2012: Umbau eines Mercedes Sprinters mit Planenaufbau zum Zweitfahrzeug

2015: Renovierung eines John-Bootes als Ersatz-SEG-Boot

2016: Indienststellung einer Mercedes-M-Klasse als Ersatz des 2012 umgebauten Sprinters. Renovierungen am Vereinsheim

2017: Neuwahlen der Vorstandschaft

2018: Renovierung des Eingangsbereichs und der Garage im Untergeschoss

 

 

Weitere allgemeine Informationen zur Geschichte der Wasserrettung:

Als Geburtsort des Wasserrettungsdienstes im DRK gilt die bayerische Bezirksstadt Regensburg. Dort wurden 1883 während eines Donau-Hochwassers am 7. Februar 1883 erstmals Rotkreuzhelfer in der Hochwasserrettung eingesetzt. In den folgenden Jahren entstanden an der Küste und an Binnengewässern so genannte „Sanitäts- und Wasserwehrkolonnen“. Im Jahr 1888 wurde in Elbing (Preußen) eine Sanitäts- und Wasserwehrkolonne gegründet. Zum ersten Mal wurden ab dem 21. August 1891 in Mariaort bei Regensburg Sanitätsschiffe zur Absicherung der Donau bereitgestellt. 1896 wurden erstmals an den großen Voralpenseen Deutschlands, dem Staffelsee, dem Ammersee, dem Chiemsee und dem Bodensee, Wasserrettungsstationen gegründet.

1908 wurde in Berlin am Wannsee, am damaligen Wilhelmsturm, dem heutigen Grunewaldturm der Wasserrettungsdienst mit einem so genannten Wehrschauturm aufgenommen. Weitere Rettungsstationen folgten, zunächst am Schildhorn, dann auch bei Pichelswerder und Papenberge. Mit Unterstützung des preußischen Ministeriums der geistlichen-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten wurde am 17. Februar 1906 die „Zentralstelle für das Rettungswesen an Binnen- und Küstengewässern“ gegründet. Im selben Jahr wurde sowohl auf der ersten Tagung des Deutschen Roten Kreuzes als auch auf dem ersten internationalen Kongress des Roten Kreuzes für das Rettungswesen in Frankfurt am Main der Wasserrettungsdienst als „möglichst überall durchzuführende, echte Rot-Kreuz-Aufgabe“ bezeichnet. Zur gleichen Zeit wurden in München „Vorkehrungen zur Rettung Ertrunkener an Flussläufen und Seen“ vom Sanitätskolonnenführer Freiherr Stromer von Reichenbach getroffen. Durch diese Beschlüsse und die steigende Zahl an Hochwasserfällen veranlasste der preußische Landesverband, dass jeder Ortsverein eine Wasserrettungseinheit aufbauen sollte.

Im Süden Deutschland gab es zu dieser Zeit viele Fälle von Überschwemmungen, und so mussten die eingesetzten Helfer oftmals mehr als zwei Tage ununterbrochen Dienst leisten. Im Februar 1923 erließ das Deutsche Rote Kreuz eine umfassende Dienstordnung für die Wasserwacht. Auch erhielt die Rotkreuz-Gemeinschaft ihr eigenes Symbol: Den Rettungsring mit dem Roten Kreuz in der Mitte. Dieses Zeichen ist in abgewandelter Form noch heute gültig. Durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges musste der größte Teil der Rettungsschwimmer an der Front dienen, sodass fast keine Wasserrettungsstation mehr betrieben werden konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wasserwacht wie alle Verbände durch die alliierte Militärverwaltung verboten. Doch bereits zwei Monate nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches am 27. Mai 1945 bekam das Bayerische Rote Kreuz angesichts steigender Ertrinkungszahlen den Auftrag, seine Arbeit auf dem Gebiet der Wasserrettung als Körperschaft des öffentlichen Rechts wieder aufzunehmen. Weitere Landesverbände folgten dem Beispiel Bayerns und setzten den Wasserrettungsdienst wieder ein. Die Ausbildung konzentrierte sich zunächst auf die Schwimmkurse, da kurz nach dem Krieg ungefähr 80 bis 95 Prozent der Schüler und 51 Prozent der Studenten nicht schwimmen konnten.[3] Erst danach konnten die Ausbildungen von Rettungsschwimmern, Führungskräften und Ausbildern begonnen werden. Dies war auch notwendig, da in einigen Bundesländern die Zahl der Ertrinkungsfälle im Vergleich zu den Gesamttoten bei 30 Prozent lag. In Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Institutionen, insbesondere natürlich Sportvereinen, Berufsgenossenschaften und Kommunen, konnten viele Aktionen ins Leben gerufen werden, um diese Zahl zu senken. So konnten 1948 allein in Bayern bereits 720 Lebensrettungen durchgeführt werden. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder neue Ortsgruppen gegründet. Durch den Wandel der Gesellschaft zu mehr Leistungs- und Extremsportarten musste auch die Technik verbessert werden. Neue Einsatzmaterialien, wie beispielsweise modernere Motorrettungsboote, wurden für den Wasserrettungsdienst eingesetzt. Aufgrund der Häufung der Katastrophenfälle in den letzten Jahren, besonders seit Ende des Zweiten Weltkrieges, begann auch die Aufstellung von Katastrophenschutzeinheiten. Zusammen mit anderen Vereinen und der Kultusministerkonferenz gründete die Wasserwacht am 24. August 1998 den Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung zur Vereinheitlichung der Schwimmabzeichen. Im September 2006 wurde die Wasserwacht assoziiertes Mitglied der internationalen Wasserrettungsorganisation, der International Life Saving Federation.

Quelle: Wikipedia